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Wie bitte? Bewusstes Atmen & Sprechen – auch mit Maske!

Wie bitte? Bewusstes Atmen & Sprechen mit Maske!
Sie sind schützend und notwendig, aber auch häufig störend im Alltag! – Unsere Masken zum Schutz vor Corona. Sprechen und Atmen fallen deutlich schwerer mit Maske im Gesicht, das ist klar. Ein Mund- und Nasenschutz wird uns aber noch eine Weile begleiten müssen, obwohl wir gern über ihn fluchen. Doch gibt es auch ein einfaches Leben mit Maske? Ja, definitiv! Mit ein wenig Training sind Schwierigkeiten beim Atmen und Hindernisse beim Sprechen kein Thema. Veronika Langguth und Brita Dahlberg erklären im Interview wie es funktioniert.
atemmasken corona
Auch mit Mundschutz gut leben, sprechen und atmen.

Immer wieder höre ich in meinem Umfeld, dass vielen Mitmenschen das Atmen mit Maske schwer fällt oder dass sie sich gar nicht trauen, richtig einzuatmen und tief durchzuatmen. Natürlich wirkt sich flaches Atmen auf Dauer auf unseren gesamten Organismus aus und Das kann zu nicht unerheblichen Beeinträchtigungen bis hin zu Schäden führen. Die gesamte Sauerstoffversorgung des Körpers und der Abtransport von Kohlendioxyd sind unzureichend, was Durchblutungsstörungen und eine mangelhafte Sauerstoffversorgung des Gehirns nach sich zieht. Die Folge: Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Verspannungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und vieles mehr.

Wie wir durch bewusstes Atmen auch und gerade mit Maske besser durchatmen und verständlicher sprechen können, war das Thema eines Live-Stream-Events sowie eines anschließenden Online-Seminars über den Frankfurter Ring.

Als Einstimmung fand das nachfolgende Online- Interview mit der Leiterin des Frankfurter Rings, Brita C. Dahlberg, am 16.02.2021 statt. Es wurde von mir sinngemäß transkribiert, gekürzt, und wo nötig, ergänzt.

Brita Dahlberg: Herzlich willkommen zu „Magischen Momenten mit bemerkenswerten Menschen“! Mein Name ist Brita Dahlberg und mein heutiger Gast, bei dem atme ich erstmal tieeef durch! Veronika!

Veronika Langguth: Hallo Brita!

BD: … Das Thema des Atems hat sich ja im Grunde genommen immer mehr verbreitet bei allen, die Yoga praktizieren oder sonstige Atemübungen ausüben und gerade in den letzten Jahren ist es immer mehr zu einem Top-Thema geworden. Ich bin deshalb froh, dich heute als eine so langjährige kompetente Fachfrau interviewen zu dürfen und einladen zu dürfen zum Frankfurter Ring…. Du lebst jetzt in Berlin und da habe ich gehört, dort gibt’s eine besondere Luft – wie ist das mit der Berliner Luft?

VL: Ja, die Berliner Luft – ich wohne zum Glück, absichtlich ausgesucht, in einem Berliner Außenbezirk, in Lichterfelde, da ist die Luft natürlich etwas anders ist als in der Mitte der Stadt. Ich erinnere mich, als wir seinerzeit mit meinem ehemaligen Mann Helge Langguth, der die beiden Ilse-Middendorf-Institute leitet, aus einem Urlaub in Norwegen nach drei Wochen in die Mitte der Stadt zurückkehrten, stellten wir bereits damals fest: es stinkt!

Und wenn gesagt wird, wir bekommen nicht genug Sauerstoff durch die Maske oder atmen zu viel Kohlendioxid ein, das ist ja in der Mitte einer Stadt genauso – wir atmen eine Menge übler und schädlicher Stoffe ein wie etwa Kohlendioxid.

BD: Ja, natürlich!

VL: Was das Atmen mit der Maske anbelangt, habe ich, als ich in den letzten Monaten noch Präsenzseminare geben konnte, teilweise auch mit Maske, viele Menschen gefragt wie das mit dem Atmen durch die Maske aussieht. Und da haben mir ganz viele gesagt: „ich trau mich mit der Maske nicht zu atmen oder durchzuatmen“. Allein schon dadurch, dass sie die Maske nicht so akzeptieren konnten, was logisch ist, aber natürlich nicht hilfreich, haben sie nicht mehr so gut geatmet. Es ist ja so, wenn die Maske richtig sitzt, dann zieht sie sich beim Einatmen etwas zusammen, und das Einatmen ist wirklich erschwert durch die Maske. Und wenn die Leute dann noch weniger atmen, dann entstehen natürlich auch Folgen.

BD: Genau. Darüber wollen wir heute auch sprechen, und wir werden später dazu ein

Seminar geben, dass, wenn man schon durch die Maske atmen muss, man lernt, wie man damit gut klar kommt…

VL: Es geht also praktisch darum: wie gehe ich dann damit um, dass ich besser atme und auch tiefer atme. Denn ich muss natürlich mehr Luft einatmen und ausatmen und wie kann ich aus meinem Potential schöpfen, was nämlich in meinem ganzen Körper vorhanden ist.

BD: Deine berühmte Schwiegermutter Ilse Middendorf hatte einen Satz geprägt, der auch oft die Gemüter erregt, magst du ihn vielleicht einmal selbst sagen, das mit dem Fingerhut?

VL: Ja, sie sagte: „Ein Fingerhut voll Atem reicht aus“. Und das ist auch oft das, was leicht verwechselt wird, die Menschen sagen „jetzt hol mal tief Luft“, das ist auch nicht schädlich und auch ok, doch es geht nicht darum, viel einzuatmen, sondern es geht um die Atemqualität. Wie bewegt sich eigentlich der Atem weiter in meinem Körper, durch meine muskulären Verflechtungen bis in die Füße, bis in die Fingerspitzen, bis in meinen Kopf hinein? Wie geht diese Atembewegung, diese Atemwelle, durch meinen Körper, dass ich aus meinem ganzen Körper heraus atmen kann?

Und wenn wir die Maske aufhaben und lernen, aus dem ganzen Körper heraus, sozusagen von den Füßen beginnend, zu atmen, dann nutzen wir auch viel mehr unser Potential. Das ist auch das Spezielle am Erfahrbaren Atem, dass wir unser Empfindungsbewusstsein im Körper intensivieren durch bestimmte Übungen.

BD: Empfindungsbewusstsein, das heißt also, du bringst uns erst einmal eine bestimmte Form des Atmens bei, wenn man zu dir kommt als Coach. Man kommt dann vielleicht gar nicht unbedingt zu dir wegen der Maske, sondern, weil man gern einen guten Auftritt haben möchte, man möchte gern besser verstanden werden und gut kommunizieren lernen. Du bist ja auch Expertin für Körpersprache, Kommunikation, Selbstmanagement oder auch Stress- und Konfliktmanagement. Wie kann ich mir das dann vorstellen, was machst du mit mir dann?

VL: Im Unterschied zu Atemtechniken, bei denen man mit bestimmten Zählzeiten arbeitet, die ein spezielles Ziel verfolgen, und bei denen man den Atemfluss über Willen oder Gedanken lenkt, lässt man beim Erfahrbaren Atem den Atem fließen. Ich hatte zum Beispiel bereits als 10-jährige bei einer privaten Hatha-Yogalehrerin den Pranayama-Atem kennengelernt und da geht es um ein ganz spezielles Ziel beim Atmen. Beim Erfahrbaren Atem geht es darum, den natürlich Atemfluss kennenzulernen. Es ist nun aber so, wenn wir zum Beispiel fotografiert werden, dann bewegen wir uns nicht mehr so natürlich und auch die Atembewegung fühlt sich beim Beobachten sozusagen ertappt und fließt nicht mehr so natürlich.

Wir haben da sozusagen eine Art „Trick“. Wenn wir zum Beispiel mehr Atembewegung im Becken haben möchten und wie oft üblich, dazu tief in unseren Bauch einatmen, also mit einer Atemtechnik arbeiten, dann lenken wir den Atem über unseren Willen und über unsere Vorstellung. Wenn wir hingegen eine Übung, einen Beckenkreis machen (ich zeige es), also mit dem Becken kreisen, dann sammeln wir uns in unserem Becken und spüren uns dort deutlicher, und erweitern dort unser Empfindungsbewusstsein und dann fließt auch die Atembewegung mehr ins Becken. Das Becken nimmt sich dann soviel Atem, wieviel es braucht.

Damit ist unsere Körperintelligenz angesprochen, und das ist ganz anders, als ob ich den Atem mit den Gedanken dorthin lenken würde. Vom Kopf her weiß ich nicht wirklich, wieviel Atem mein Becken tatsächlich braucht. Das ist die Körperintelligenz – das Herz schlägt ja auch ohne unser Zutun, da würde sicher manches durcheinander laufen, wenn wir uns hier auch noch ständig mit Gedanken lenken würden.

BD: Wunderbar, dann hast du uns heute schon einmal ein bisschen Appetit gemacht auf das, auf das wir später noch tiefer eingehen werden, nämlich in unserem Lifestream Event, den wir ja auch aufzeichnen werden. Wir würden uns freuen, wenn wir heute zum Abschluss von dir noch einen kleinen Tipp bekommen könnten, der dir jetzt ganz spontan für das Sprechen mit der Maske einfällt, was muss ich machen, wenn ich das Teil das nächste Mal anziehe und wenn ich nicht tief einatme und keine Luft bekomme?

VL: Es gibt ein schöne Übung mit den Vokalen und Konsonanten, das ist eine spezielle Richtung im Erfahrbaren Atem, und zwar die Knalllaute P-T-K und vor allen die weicheren Laute B-D-G, die versteht man durch die Maske am wenigsten. Wenn wir das jetzt einmal ohne Maske probieren und uns dabei mit den Händen gut abspüren an den Flanken, den Seiten, vorn und hinten in unserer Körpermitte, (ich zeige es) werden wir merken, dass dadurch die Zwerchfellbewegung sehr gut angeregt wird, was auch die Atmung vertieft: P-T-K, Pup-pe, Pap-pe und so weiter.

Das ist bereits eine gute Möglichkeit, das Zwerchfell zu lösen und beim Sprechen mehr mit hineinzunehmen und für das Sprechen gut vorzubereiten. Dann bekommt man a. mehr (Atem-)Kraft und b. ist für die Stimme mehr die Stärke vorhanden, die wir brauchen. Sie gewinnt an Lautstärke und Deutlichkeit und die Artikulation, die ja auch oft leidet, wird verbessert und unser Gegenüber muss nicht mehr fragen: „Wie bitte?“

BD: Vielen Dank, prima, das werde ich gleich ausprobieren, danke schön, liebe Veronika für diese erste Einführung und bis zum nächsten Mal! Tschüss!

VL: Danke – Tschüss!

(Das gesamte Interview finden Sie auf meiner Homepage sowie auf Youtube. Das zweistündige Live-Stream-Event finden Sie auf Youtube und Ausschnitte daraus auf meiner Homepage.)
PRAXISTIPP: Probieren Sie gleich einmal die Übungen mit dem Beckenkreisen und die P-T-K und B-D-G Übung aus und denken Sie daran, hinterher mit geschlossenen Augen gut nachzuspüren, um die Wirkung wahrzunehmen. Wenn Sie öfter damit üben, werden Sie früher oder später besser atmen und sprechen – auch mit Maske! Viel Freude und Erfolg!
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Titelbild: Anton / Unsplash